Schütze dich
und dein Team gegen Gewalt

#sicherimDienst feiert Jubiläum!

Teilnehmende der Jubiläumsveranstaltung des Präventionsnetzwerks #sicherimDienst im Düsseldorfer Ministerium des Innern.

Jubiläum des Netzwerks für Schutz und Sicherheit im öffentlichen Dienst

1.000 Menschen aus mehr als 350 Behörden, Verbänden und Organisationen haben sich im ersten Jahr seit Bestehen des Netzwerks #sicherimDienst zusammengeschlossen. Das Ziel lautet: Beschäftigte im öffentlichen Dienst besser schützen. Jetzt ist das tausendste Mitglied beigetreten. 

"Ich möchte mich informieren und austauschen", so Neumitglied Stefan Bergmann im Interview mit Netzwerk-Koordinator Andre Niewöhner während der Jubiläumsveranstaltung von #sicherimDienst am Montag (13.02.) im Düsseldorfer Innenministerium. Bergmann, Sicherheitsbeauftragter der Feuerwehr Gronau, hatte sich erst am Morgen der Veranstaltung im Netzwerk angemeldet und war per Video zugeschaltet. "Bei uns haben wir noch nicht so die Probleme mit Gewalt, aber wir wollen mitmachen im Netzwerk und auch ein Zeichen setzen." 

Das Jubiläum stand unter dem Thema Praxisbeispiele. In der Veranstaltung wurden verschiedene Präventionsmaßnahmen, konkrete Möglichkeiten zum Umgang mit Gewalt und zu Nachsorgekonzepten aus verschiedenen Bereichen vorgestellt. So gehörte nach der Begrüßung durch Dr. Daniela Lesmeister, Staatssekretärin im Ministerium des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen, und einführenden Worten zum Jubiläum durch die Polizeipräsidentin von Münster, Alexandra Dorndorf, Gästen aus dem Netzwerk die Bühne. 

Sven Nütten und Frank Schaar aus dem Kommunalen Ordnungsdienst der Städte Aachen und Bonn berichteten von ihren positiven Erfahrungen, welchen wichtigen Beitrag eine funktionale Ausstattung zur Sicherheit leistet. In verschiedenen Einsätzen konnte bereits das Einschalten der Bodycam kritische Situationen entschärfen und ein zweiter Autoschlüssel bei einer Doppelbesetzung von Dienstwagen den Einsatzkräften einen flexiblen Rückzugsort bieten.

Eine hohe Nachfrage innerhalb der Netzwerkarbeit ist immer wieder das Thema Fortbildungen. Der Bedarf an einem professionellen und sicheren Umgang mit kritischen Situationen erscheint für alle Bereiche des öffentlichen Dienstes groß. Prof. Dr. Marc Busche und Jessica Odenthal aus dem Klinikum Leverkusen haben sich daher als Multiplikatoren für das berufsspezifische Interventions- und Sicherheitskonzept (BIUS) ausbilden lassen. BIUS ist eine modulartige Fortbildung zur Bewältigung von Gefahrensituationen, angeboten durch die Polizeipräsidien Recklinghausen und Münster. Kurz nach Abschluss der Fortbildung konnte das Gelernte bereits in der Klinik umgesetzt werden, als ein Patient im Ambulanzzentrum randaliert habe, so Busche. Auch für Beschäftigte im operativen Bereich spielt die Sicherheit der Mitarbeitenden eine wichtige Rolle. So berichtete Vera Hachmann vom Finanzamt für Steuerstrafsachen und Steuerfahndung Münster, dass die Mitarbeitenden bereits seit 2014 jährlich zu Schutz- und Abwehrtechniken in Durchsuchungssituationen geschult wurden. Das Angebot wurde nun ausgebaut, nunmehr finden regelmäßig eigene Trainings durch ausgebildete Multiplikatoren statt.  

Katja Daniel vom betrieblichen Gesundheitsmanagement der Stadt Witten machte deutlich, wie wichtig die anschließende Dokumentation von Gewaltvorfällen sei. Die Stadt Witten nutze daher einen sogenannten Schnell-Meldebogen. "Wir wollen als Stadt wissen, was und wie oft solche Vorfälle passieren, um entsprechende Maßnahmen treffen zu können". Neben der internen Statistik können dadurch Nachsorgemaßnahmen angeboten und der weitere Verlauf der Anzeigenerstattung begleitet werden. Oberstaatsanwältin Heidrun Odendahl der Staatsanwaltschaft Köln erläuterte daraufhin, wie diese Strafanträge von der Justiz bearbeitet werden. 

Auch das Mitarbeitendenunterstützungsteam (MUT) der Stadt Köln, vertreten durch Ruth Flier, bietet psychosoziale Unterstützung für die 22.000 Beschäftigten der Stadt Köln, beispielsweise in Form von Entlastungsgesprächen nach Gewaltvorfällen. Zukünftig sollen diese Gespräche mit Betroffenen auch Kolleginnen und Kollegen der eigenen Dienststelle übernehmen. Mit Unterstützung der Unfallkasse Nordrhein-Westfalen werden daher aktuell die Mitarbeitenden vor Ort speziell geschult, um sofort reagieren zu können, wenn ein Vorfall entstanden ist. 

Das Netzwerk stellt zusätzlich allgemeine und ganz konkrete Hilfestellungen für unterschiedliche Zielgruppen zur Verfügung. Erkenntnisse aus der Wissenschaft runden das Angebot ab. Interessierte können sich über  www.sicherimdienst.nrw informieren und unter kontakt[at]sicherimdienst.nrw (kontakt[at]sicherimdienst[dot]nrw) mit dem Netzwerk in Verbindung setzen.

V.l.n.r.: Sven Nütten (Stadt Aachen) und Frank Schaar (Stadt Bonn) berichten zu hilfreichen Präventionsmaßnahmen für Kommunale Ordnungsdienste. Rechts im Bild: Andre Niewöhner, Leiter der Koordinierungsgruppe von #sicherimDienst.
Marcus Rüsche, Britta Fast und Vera Hachmann (Steuerfahndung Münster) und Prof. Dr. Marc Busche und Jessica Odenthal (Klinikum Leverkusen) berichten zu erfolgreichen Trainings von Deeskalation und Eigenschutz in gefährlichen Situationen.
Oberstaatsanwältin Heidrun Odendahl (Staatsanwaltschaft Köln), Katja Daniel (Stadt Witten), Svenja Löhr (Stadt Wuppertal) und Ruth Flier (Stadt Köln) berichten zu Nachsorgemaßnahmen für Betroffene von Gewaltvorfällen.