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Forschung

Ziele des Teilprojekts Forschung

Im Rahmen des ressortübergreifenden Landesprojekts „Mehr Schutz und Sicherheit von Beschäftigten im öffentlichen Dienst“ wurden die Teilprojekte „Netzwerk und Kommunikation“, „Präventionsleitfaden“ und „Forschung“ gebildet. Das Institut für Polizei- und Kriminalwissenschaften verantwortete die Leitung des Teilprojekts Forschung, die wissenschaftliche Beratung der anderen Teilprojekte und verpflichtete sich zur Vorlage eines Forschungsberichtes. Um eine breitere Erkenntnislage zu generieren, bezog das Teilprojekt Forschung die Expertise weiterer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein (HfPV, DHPol, KKF NRW, LAFP NRW).
 

Ziele des Projekts

  • Bewerten/Begleiten des Projekts AMBOSafe aus (polizei-)wissenschaftlicher Sicht
     
  • Wissenschaftliche Bewertung des AMBOSafe-Fragebogens und Begleiten des Verbesserungsprozesses
     
  • Auswerten und Zusammenführen wissenschaftlicher Erkenntnisse zum Thema „Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst/in normdurchsetzenden Berufen“
     
  • Beratende Bewertung des Präventionsleitfadens (Teilprojekt 2)

Forschungsergebnisse Zusammenfassung

Im Rahmen des ressortübergreifenden Landesprojekts „Mehr Schutz und Sicherheit von Beschäftigten im öffentlichen Dienst“ wurden die Teilprojekte „Netzwerk und Kommunikation“, „Präventionsleitfaden“ und „Forschung“ gebildet. Das Institut für Polizei- und Kriminalwissenschaften verantwortete die Leitung des Teilprojekts Forschung, die wissenschaftliche Beratung der anderen Teilprojekte und verpflichtete sich zur Vorlage eines Forschungsberichtes. Um eine breitere Erkenntnislage zu generieren, bezog das Teilprojekt Forschung die Expertise weiterer WissenschaftlerInnen ein (HfPV, DHPol, KKF NRW, LAFP NRW).

Der Bericht zielt darauf ab, Trends einschlägiger Gewaltpräventionsprojekte zu beleuchten und eine Zusammenarbeit mit dem vom BMBF geförderten Verbundprojekt „Ambosafe“ zu nutzen bzw. zu unterstützen, um Präventionsansätze auf eine breitere empirische Basis zu stellen.

Um das ambitionierte Ziel der NRW-Initiative, einen Präventionsleitfaden für nahezu alle Bereiche des öffentlichen Dienstes zu entwickeln, seriös zu verfolgen, empfahl das Forscherteam eine Fokussierung auf Präventionsmöglichkeiten, die ressortübergreifend vergleichbar sind. Während verhaltensorientierte Präventionsansätze aufgrund der unterschiedlichen Berufswirklichkeiten innerhalb des öffentlichen Dienstes kaum vergleichbar sind, erscheinen organisationale, baulich-technische und Aspekte der Interaktion als ressortunabhängige Präventionsfaktoren. Beispielsweise sind die mangelnde Aufarbeitung von Übergriffen durch Führungskräfte, schlecht einsehbare und Übergriffe begünstigende Arbeitsumgebungen oder auch die Annahme, dass sich Respekt und Gehorsam schon aus der Amtsautorität begründen müssten, ressortunabhängige Befunde für die Prävention von Übergriffen.

Mit der Fokussierung berufsübergreifender Handlungsfelder (Organisation, Interaktion sowie bauliche und technische Infrastruktur) lassen sich also mögliche Ursachen für Frustration, Stress und Gewalt erfassen und eine Grundlage für eine wirksame und moderne Gewaltprävention bilden.

Häufig fehlt es in Behörden bereits an einem Lagebild, das Aufschluss über das tatsächliche Ausmaß von Übergriffen gegenüber Beschäftigten des öffentlichen Dienstes gibt. Die mit der NRW-Initiative verbundene Idee, das Ausmaß von Übergriffen durch die Teilnahme am Verbundprojekt „Ambosafe“ zu erhellen, erscheint erfolgversprechend. Insbesondere die aktuelle Erhebungsphase des Ambosafe-Projektes zielt auf die Erforschung der Frage ab, welche Aspekte zur Deeskalation einer Situation beitragen. In diesem Erkenntnisinteresse zeigt sich eine Kongruenz mit einem zentralen Ergebnis dieses Forschungsberichts. Der Interaktionsablauf zwischen Einschreitendem (insbesondere Beschäftigte(r) des öffentlichen Dienstes) und einem anderem Akteur (insbesondere Bürgerin bzw. Bürger) ist maßgeblich für einen Übergriff oder das Ausbleiben von ebendiesem. Die Studienauswertung ergab, dass Angriffe wie „aus dem Nichts“ so gut wie gar nicht existieren. Das Phänomen der Eskalationsspirale und einer erwarteten Subordination aus Sicht der Autoritätsperson wird im Folgenden noch erörtert.

Da die Erstellung des Präventionsleitfadens und der Forschungsskizze aus organisatorischen Gründen zeitgleich erfolgen musste, wurde im Teilprojekt 2 ein Praxis-Präventionsleitfaden entwickelt, der eine wissenschaftliche ad-hoc Beratung erfuhr, jedoch durch Fortschreibungen auf eine breitere empirische Basis gestellt werden sollte. Diese Empfehlung wurde durch die Projektleitung und Leitung der Interministeriellen Arbeitsgruppe (IMAG) geteilt. Im Folgenden werden wesentliche Ergebnisse der gesichteten Studien zusammengefasst und Vorschläge für die Fortführung der NRW-Initiative aus wissenschaftlicher Sicht unterbreitet.

Ausführlichere Informationen sind dem Forschungsbericht zu entnehmen.