Sicherheitskonzept Stadt Aachen

Sicherheitskonzept der Stadt Aachen und Bedeutung des Netzwerks

Beteiligung am Landesprojekt Interview mit den Verantwortlichen der Stadt Aachen

Interview für  www.sicherimdienst.nrw - Stadt Aachen:

  • Frau Katrin Päßler, Fachbereichsleitung Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit der Stadt Aachen
  • Frau Susanne Aumann, stv. Fachbereichsleitung Sicherheit und Ordnung der Stadt Aachen | Vorsitzende dbb jugend nrw
  • Herr Volker Haupt, Referent Gewaltprävention der Stadt Aachen
     

Welche Bedeutung hat das Landesprojekt aus Ihrer Sicht für die Betroffenen?

Susanne Aumann, Stadt Aachen
Susanne Aumann

Aumann: Niemand sollte an seinem Arbeitsplatz Sorgen oder Ängste haben, Opfer von Übergriffen zu werden. Ein umfassendes Sicherheitskonzept mit zeitgemäßen passgenauen Sicherheitsstandards sollte in jeder Berufsgruppe und in jedem Arbeitsbereich des öffentlichen Dienstes zu einer Selbstverständlichkeit werden, um so Gewalt am Arbeitsplatz vorzubeugen und die eigenen Beschäftigten wirksam zu schützen. Das Landesprojekt setzt genau an dieser Stelle an: es bringt vorhandene Ansätze zusammen, zeigt Beispiele guter Praxis auf und bündelt diese in einem Netzwerk. Die Ergebnisse stellen damit einen Mehrwert für alle dar – denn so muss das Rad nicht neu erfunden oder mühsam Hilfe gesucht werden. Vielmehr können die Beteiligten voneinander profitieren und lernen. Damit ist das Landesprojekt auch ein klares Zeichen der Stärkung und Rückendeckung für die Mitarbeitenden.

 

Wie geht die Stadt Aachen beim Thema Gewaltprävention vor? Wie kam es zu der aktiven Beteiligung der Stadt Aachen an dem Landesprojekt?

Frau Katrin Päßler, Stadt Aachen
Katrin Päßler

Päßler: Aachen beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Thematik. 2017 haben wir unsere Ansätze, Erfahrungen und Maßnahmen in einem gesamtstädtischen Sicherheitskonzept Gewaltprävention gebündelt und weiterentwickelt. Unser Konzept, basierend auf dem Aachener Modell zur Gewaltprävention, beschreibt Sicherheitsstandards für verschiedene Gefahrenstufen, gibt Empfehlungen zum Handeln in schwierigen Situationen und weist Möglichkeiten zur Dokumentation und Nachsorge aus.

Das Thema Gewaltprävention ist komplex und sollte daher immer aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden. Ein praxisnahes Konzept bedarf zur Entwicklung und Umsetzung immer auch personeller und finanzieller Mittel. Mit unseren langjährigen Erfahrungen hoffen wir, Ideen, Ansätze und Inspiration auch für andere Bereiche des öffentlichen Dienstes liefern zu können. Gern unterstützen wir im Netzwerk andere Verwaltungen und Betriebe mit unserem Know-How, Werkzeugen und Erfahrungen.

 

Wie setzt die Stadt Aachen das Sicherheitskonzept vor Ort um? Welche Rolle spielt das Netzwerk?

Herr Volker Haupt, Stadt Aachen
Volker Haupt

Haupt: Unser Maßnahmenpaket setzt vor allem auf die Prävention. Zentraler Baustein des Konzeptes ist die Vermittlung von Kommunikations-, Deeskalations- und Eingriffstechniken. Als Antigewalttrainer schule ich die Beschäftigten verschiedener Fachbereiche im Innen- und Außendienst – ob Jugendamt, Sozialamt, Ordnungsdienst oder Feuerwehr. Es geht vor allem um den Umgang mit Konflikten, professionelles Handeln ist in sich aufschaukelnden oder eskalierenden Kommunikationsprozessen, neben der Eigensicherung unverzichtbar. Und was geschieht nach übergriffigen Situationen? An wen kann ich mich wenden? Fragen wie diese sind mehr als berechtigt und gehören beantwortet.

Aus Sicht der Personalentwicklung ist das Netzwerk eine gute Plattform für den Erfahrungsaustausch. Gleichzeitig ist es für Betroffene eine Anlaufstelle um mögliche Hilfe oder Unterstützung zu erfahren. Das Thema Gewaltprävention ist nach wie vor hochaktuell und bedarf der ständigen Weiterentwicklung. Als Trainer freue ich mich auf einen fachlichen Austausch mit Ihnen!