Internationaler Tag des öffentlichen Dienstes

Präventionsnetzwerk #sicherimDienst macht Gewalt gegen Beschäftigte zum Thema

Am 23. Juni ist internationaler „Tag des öffentlichen Dienstes“. Er wurde 2003 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen, um die Arbeit der Menschen im öffentlichen Dienst zu honorieren. In Nordrhein-Westfalen arbeiten fast eine Million Menschen im öffentlichen Dienst. Und immer häufiger werden sie mit aggressivem Verhalten, verbalen Anfeindungen und physischen Angriffen konfrontiert. Das Präventionsnetzwerk #sicherimDienst hilft, den öffentlichen Dienst sicher zu machen. Zum Anlass des Gedenktages hatte #sicherimdienst Menschen aus ganz unterschiedlichen Arbeitsbereichen des Öffentlichen Dienstes ins Innenministerium NRW eingeladen, die ihre Geschichte von Erfahrungen mit Gewalt erzählten.
Dr. Beate Eulenhöfer-Mann ist Schulleiterin an einem Berufskolleg. Ihrer Erfahrung nach werden Gewalterlebnisse aus Angst vor negativen Folgen häufig verschwiegen und von Lehrkräften erst dann gemeldet, wenn sie besonders schlimm waren. „Wir müssen ein Bewusstsein dafür schaffen, dass Gewalt im Klassenzimmer kein Versagen von Lehrkräften ist". Für Carsten Grawunder war ein Erlebnis beim privaten Wochenendeinkauf prägend. Er ist Bürgermeister von Drensteinfurt und wurde massiv bedroht, als es in seiner Stadt um die Frage des Baus einer Zuwanderer-Unterkunft ging.
Neben Eulenhöfer-Mann und Grawunder berichteten auch ein Feuerwehrmann, eine Polizistin, eine Beschäftigte aus dem Gesundheitswesen, eine Mitarbeitende der Stadtverwaltung und ein Personalratsvorsitzender über ihre Erfahrungen.
„Wir wollen das Thema Gewalt im öffentlichen Dienst noch präsenter machen“, sagte Netzwerk-Koordinator Andre Niewöhner. „Der öffentliche Dienst muss auch ein sicherer Dienst sein. Das Präventionsnetzwerk leistet hier einen starken, schützenden Beitrag.“ In der anschließenden Diskussionsrunde mit der interministeriellen Arbeitsgruppe „Mehr Schutz und Sicherheit von Beschäftigten im öffentlichen Dienst“ und Verantwortlichen des Präventionsnetzwerks ging es darum, wie man Beschäftigte in den unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen und Berufsgruppen besser schützen kann gegen Gewalt – und was bei der Nachsorge zu beachten ist.
Zwischenzeitlich haben sich 600 Beteiligte aus rund 300 Behörden, Institutionen, Verbänden und Organisationen dem bundesweit einzigartigen Netzwerk angeschlossen. Auf der Internetseite www.sicherimdienst.nrw informiert das Netzwerk über Gewalt im öffentlichen Dienst. Darüber hinaus haben alle Netzwerkpartner die Möglichkeit, sich über ein Onlinetool in Sachen Gewaltprävention auszutauschen. Um Menschen im öffentlichen Dienst zu schützen, beschreibt ein Präventionsleitfaden zielgruppenspezifische Handlungsempfehlungen, wie Beschäftigte mit Angriffen, Gewalt und Beleidigungen umgehen können. Außerdem listet er Ansprechpartner auf und erklärt bestehende Rechtsgrundlagen – beispielsweise für etwaige Strafverfahren oder Entschädigungsansprüche. Speziell für Führungskräfte werden zusätzlich Informationen bereitgestellt, um der Verantwortung gegenüber den Beschäftigten in der Gewaltprävention gerecht zu werden.

Innenminister Reul begrüßte die Teilnehmer der Veranstaltung.