Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst

Expertinnen und Experten bieten Lösungsvorschläge zur Gewaltprävention am Arbeitsplatz

Zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer haben am Montag (28.11.) den zweiten Termin der Online-Veranstaltungsreihe "DIE SICHERE STUNDE" zum Thema Gewalt in der öffentlichen Verwaltung verfolgt. 

Präsentiert durch das Präventionsnetzwerk #sicherimDienst tauschten die Teilnehmenden in der Gesprächsrunde konkrete Erfahrungen und Lösungsansätze aus, wie Beschäftigte in der öffentlichen Verwaltung mit Bedrohungen oder körperlichen Angriffen gegen sie umgehen können. 

Die Studiogäste bei der Unfallkasse NRW waren Katrin Päßler, Fachbereichsleiterin Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit der Stadt Aachen, Guido Schäfer, Abteilungsleiter Finanzielle Hilfen der Stadt Wuppertal und Miriam Proctor, Sachbearbeiterin und zuständig für die Notfallkoordination in der Stadt Düsseldorf. Gemeinsam gaben sie praktische Hinweise, wie der Schutz und die Sicherheit in der öffentlichen Verwaltung erhöht werden kann. Konfliktpotential im Kunden- und Bürgerkontakt gibt es reichlich, zum Beispiel im Zusammenhang mit abgelehnten Anträgen oder langen Wartezeiten. Miriam Proctor blickt auf jahrelange Erfahrung im Amt für Einwohnerwesen der Stadt Düsseldorf zurück. "Im Einwohnermeldeamt kommt es ständig vor, dass Bürgerinnen und Bürger sich ungerecht behandelt fühlen und es zu hitzigen Diskussionen kommt". Hier sei es wichtig, so Proctor, dass das Thema auch bei den Vorgesetzten Beachtung findet und die Mitarbeitenden größtmögliche Unterstützung im Umgang mit solchen Vorfällen bekommen. 

Guido Schäfer kennt diese Herausforderungen für Führungskräfte. Als Abteilungsleiter ist er verantwortlich für über 70 Mitarbeitende. Auch er war jahrelang selbst Sachbearbeiter im Sozialamt und hat Erfahrungen mit teilweise brenzligen Situationen gemacht, z.B. wenn Bürgerinnen und Bürger finanzielle Engpässe haben. "Gerade in der aktuellen Zeit spitzt sich die finanzielle Situation der Bürgerinnen und Bürger enorm zu. Nicht selten kommt es zu Existenzängsten, und dann sind meine Kolleginnen und Kollegen die ersten, die diese Emotionen abfangen müssen", erläutert Schäfer. Um hierbei bestmöglichen Schutz zu gewährleisten, arbeitet er aktuell in der Arbeitsgruppe Gewaltprävention des Sozialamtes und ist an der Erstellung eines Sicherheitskonzepts der Stadt Wuppertal beteiligt. 

Als Leitende Fachkraft für Arbeitssicherheit konnte Katrin Päßler ihre langjährigen Erfahrungen in die Diskussion einbringen. Früher bei der Unfallkasse NRW, ist sie nun für die Weiterentwicklung des Arbeitsschutzes der Stadt Aachen zuständig. Päßler empfiehlt, dass auch eine kleinschrittige Umsetzung von organisatorischen Maßnahmen bereits hilfreiche Veränderungen erzielen kann. "Wir haben in Aachen die Erfahrung gemacht, dass die vorherige Terminvergabe in Ämtern eine positive Wirkung auf die Abläufe hat. Auch nach dem Abklingen der Corona-Pandemie behalten wir dies bei". Dies verhindere zum einen Frust bei längeren Wartezeiten der Bürgerinnen und Bürger. Zum anderen könnten schwierige Gespräche im Vorfeld auch aus Aspekten der Sicherheit besser vorbereitet werden, so Päßler. Die Zuschauerinnen und Zuschauer brachten sich in die Diskussion aktiv mit eigenen Fragen ein. Thematisiert wurden zum Beispiel Alarmierungssysteme, wie zum Beispiel Notfallknöpfe. Dabei wurde deutlich, dass die Abläufe klar verteilt und regelmäßig geprobt werden müssen. Hierbei bietet zukünftig auch das Präventionsnetzwerk #sicherimDienst Unterstützung. Durch Formate wie "DIE SICHERE STUNDE" soll für die Problematik sensibilisiert werden. Weitere Ziele des Netzwerks sind der Erfahrungsaustausch und Praxisbeispiele, um die Sicherheit und den Schutz für die Beschäftigten vor Ort zu verbessern. 

 

 

Expertinnen und Experten bieten Lösungsvorschläge zur Gewaltprävention am Arbeitsplatz